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Tradition seit 1709

Bereits 300 Jahre betreibt unsere Familie Weinbau am Neudeggerhof. Wir als zehnte Generation am Weingut haben uns zum Ziel gesetzt, durch die Erfahrung und die Pflege dieser Traditionen erfolgreich und innovativ den Weg in die Zukunft zu gehen.
Eine intensive Auseinandersetzung mit unserer Geschichte ermöglicht einen Blick zurück bis ins 17. Jahrhundert. Die folgenden Seiten widmen sich deshalb 300 Jahren Mehofer am Neudeggerhof.





Adam und Sabina im 17. Jahrhundert

Adam wurde in der Zeit des dreißigjährigen Krieges am Radlbrunnerhof in Parisdorf, ca. 12 km nördlich von Neudegg, geboren. Adam und Sabinas Sohn Gregorius war es, der später unser Weingut erwarb.
Der Winter 1709 war eisig. Die Kälte führte zu Missernten, Teuerungen und zu Hungersnot in vielen Teilen Europas. Sogar der Bodensee war zugefroren. 1709 regierte in Österreich Kaiser Joseph I., außerdem wurde "Farina", die älteste Parfüm-Fabrik der Welt gegründet.

Gregorius und Barbara um 1709

Gregorius war eines von neun Kindern der Familie Adam und Sabina Mehofer. Er kam mit seiner Frau Barbara im Jahr 1709 nach Neudegg und erwarb den Neudeggerhof. In den Pfarrmatriken unseres Ortes scheint Gregorius als erster Mehofer in Neudegg auf. Auf dieser Originalurkunde (Bild) von Graf Ferdinand von Herberstein, der die Herrschaft Neudegg zu dieser Zeit besaß, wird Gregorius aufgrund einer finanziellen Unterstützung beim Kirchenbau 1738, als ein Guttäter bezeichnet.

Kristian und Eva Rosina um 1740

Kristian und Eva Rosina lebten in der Zeit Kaiserin Maria Theresias, einer eher ruhigen Zeit am Neudeggerhof. Im 18. Jahrhundert mussten Herrschaften per Gesetz bereits Aufzeichnungen über ihre Einkünfte machen. Im Bild links sehen Sie einen Ausschnitt aus diesen Aufzeichnungen.

Lorenz und Anna Maria um 1770

Lorenz und Anna Maria lebten in der Reformzeit Kaiser Josephs II. Es durfte erstmals Wein selbst vermarktet werden. Aus dieser Zeit stammt unser alter Gewölbekeller, im Bild links.
Um 1770 wurde der erste Dampfwagen entwickelt.

Johann Georg und Theresia um 1810

Die Zeit der Franzosenkriege und der Herrschaft Napoleons. 1799 und 1805 marschierten russische Truppen, 24.000 Mann stark, durch Neudegg und Umgebung. Bauern mussten damals bis zu 100 Männer pro Hof einquartieren, verpflegen und mit Pferden Vorspann leisten (Kanonen und Wägen wurden über den Wagram transportiert). Die Konservendose wurde erfunden.

Lorenz und Maria Anna um 1850

Es herrschte Wirtschaftsaufschwung. Lorenz und Maria Anna kauften Teile der Herrschaft Neudegg. Der Stadl im Bild links, wurde 1860 gebaut. 1866 siegten die Preußen in der Schlacht bei Königgrätz.  Während des Krieges wurden erneut Soldaten einquartiert. Es musste Wein, Brot, Mehl und Hafer abgeliefert und Vorspann geleistet werden, dafür aber blieb der Ort vor Zerstörung verschont. Die Straßenverbindung von Neudegg in Richtung Kirchberg am Wagram - also Richtung Süden - wurde gebaut. Lorenz und Maria Anna errichteten auch eine Kapelle.

Karl und Anna um 1890

Ringstraßenbau in Wien. Die Motorisierung der Maschinen veränderte die landwirtschaftliche Bewirtschaftung. Die erste eigene Hauswasserleitung wurde gebaut und die alte Weinpresse gekauft. Ein Aufschwung im Weinbau trieb Weinverkauf und Handel in der ganzen Monarchie voran. Karl und Anna (Bild) ließen eine Kapelle errichten. Aus 1912 stammt auch das Pflaster, das Sie bei einem Besuch in unserer Weinstube betreten. Im Weinbau wurden Pilzkrankheiten und die Reblaus erstmals zum großen Problem. Im 1. Weltkrieg fielen zwei Söhne von Karl und Anna in Russland.

Heinrich und Katharina um 1930

Heinrich und Katharina wirkten in den Jahren während und zwischen den beiden Weltkriegen. Katharina erkrankte jung und starb früh. Inhaftierte Franzosen mussten Arbeitsdienst bei den Bauern leisten. Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage wurden Felder und Wälder verkauft. Die Söhne waren an der Front und in Gefangenschaft. Der Betrieb war nahe am Ruin.

Karl und Maria um 1970

Karl und Maria sind für uns heute, in der 10. Generation, Opa und Oma (Bild). Opa war in den Jahren 1944 und 1945 im Krieg. Nach der Gefangenschaft konnte er dank eines wirtschaftlichen Aufschwungs mit dem Wiederaufbau des Betriebes beginnen. Der erste Traktor und der erste Mähdrescher wurden gekauft. Gemeinsam mit unserem Vater wurde die Kellerei neu gebaut. Die alte Holzpresse wurde durch die Horizontalpresse ersetzt. Erstmals waren Kunststofffässer im Keller in Verwendung.

Karl und Elisabeth um 1995

Unsere Eltern vereinten Wein, Kunst, Natur und Tradition am Neudeggerhof. Ein Kulturdenkmal, das Golling-Marterl an der höchsten Erhebung in Neudegg, wurde errichtet. Das Weingut erhielt für seine langjährige Tradition einen Eintrag in das goldene Ehrenbuch der Bauernschaft Niederösterreich. Die Renovierung der Wirtschafts- und Wohngebäude ebnete den Weg in eine erfolgreiche Zukunft. Dank der frühen Entscheidung für Bio im Jahr 1992, einer damals noch eher kritisch betrachteten Wirtschaftsweise im Weinbau, zählen wir heute zu den Bio-Pionieren!

Die zehnte Generation

Mit viel Energie und Optimismus erkämpften wir uns das Wissen um nachhaltige und ökologische Bewirtschaftung. Der Gärkeller wurde modernisiert und die Kunststofffässer durch Edelstahltanks ersetzt. Ein WeinErlebnis am Neudeggerhof wurde geschaffen. Das WeinGenussKulinarium, die Gästezimmer, sowie unsere Galerie und unser neuer Präsentationsraum ermöglichen es Besuchern, Wein mit allen Sinnen zu genießen.
Übrigens, 300 Jahre sind 157 680 000 Minuten!


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